Biotechnologien: Evotec steigt aus dem Gentherapie-Geschäft aus

Stand: 11:54 UhrLesedauer: 2 MinutenEvotec-Zentrale in HamburgEvotec-Zentrale in HamburgQuelle: picture alliance

Das Hamburger Biotech-Unternehmen setzt seine Neuaufstellung fort. Ein erst 2020 eröffneter Standort in Österreich wird wieder geschlossen. Der Gewinn geht im ersten Quartal dieses Jahrs deutlich zurück.

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Evotec wird bei den geplanten Einschnitten bei der Hamburger Biotech-Firma konkreter. Das Unternehmen will sich aus der Gentherapie zurückziehen und seinen Standort im österreichischen Orth mit rund 40 Beschäftigten schließen, wie Evotec am Mittwoch mitteilte. Der Standort in der Nähe von Wien war erst 2020 eröffnet worden. Ziel war es, Dienstleistungen im Bereich der Gentherapie für Pharma- und Biotech-Kunden sowie Stiftungen und akademische Einrichtungen anzubieten. Der Pharmakonzern Takeda war in diesem Bereich der größte Kunde von Evotec. Die Japaner hatten allerdings im Februar angekündigt, sich von einem Großteil ihres Werks in Orth zu trennen, wovon 190 Beschäftigte von Takeda betroffen sind.

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Evotec hatte im April erklärt, nach dem Gewinneinbruch infolge der Cyberattacke im vergangenen Jahr mit Einsparungen wieder auf Kurs kommen zu wollen. Das Unternehmen hatte Anpassungen bei seiner Organisation und seinen Standorten angekündigt, um so einen jährlichen Beitrag zum operativen Ergebnis von mehr als 40 Millionen Euro zu erreichen. Über weitere Maßnahmen werde gegenwärtig mit den Arbeitnehmervertretern gesprochen, erklärte ein Evotec-Sprecher. Das Unternehmen hat im Zuge seiner Umstrukturierung auch seine Chemie-Aktivitäten in Marcy bei Lyon eingestellt. Ende März zählte Evotec weltweit 5055 Mitarbeitende.

„Unsere Stakeholder werden sehen, dass die von uns eingeleiteten Effizienzmaßnahmen im zweiten Halbjahr dieses Jahres Ergebnisse zeigen werden“, sagte Finanzchefin Laetitia Rouxel. Im ersten Quartal brach der bereinigte operative Gewinn (Ebitda) allerdings auf 7,8 (Vorjahreszeitraum: 34,3) Millionen Euro ein, unter anderem wegen höherer Herstellungs-, Vertriebs- und Verwaltungskosten. Damit schnitt das Unternehmen schlechter als von Analysten erwartet ab. Evotec bekam zu Jahresauftakt vor allem ein schwächeres Geschäft mit Forschungsdienstleistungen zu spüren. Der Umsatz sank um gut zwei Prozent auf knapp 209 Millionen Euro. Für das Gesamtjahr bekräftigte Evotec seine Prognose, die ein Wachstum des bereinigten operativen Gewinns (Ebitda) im mittleren zweistelligen Prozentbereich vorsieht. Ein Update und eine konkretisierte Prognose kündigte Evotec für die Veröffentlichung des Halbjahresberichts im August an.

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